Weihnachtsaktion 2011: Manifest “Guten Morgen – Zeit aufzustehen”

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Am frühen Mittwoch-Morgen, dem 21.12.2011, verteilt Occupy Basel Weihnachtsguetzli an die Pendler. Aus diesem Anlass wurde das folgende Manifest von Kaspar Heer verfasst:

Guten Morgen – Zeit aufzustehen!

Wir Menschen sind längst aufgeklärt über die grossen Zusammenhänge. Der Mensch, wenn er das will, kann vieles verstehen und begreifen. Nur, dieses Verstehen führt uns immer mehr in eine innere Zerrissenheit.

Viele kennen zum Beispiel diese beiden Seiten. Einerseits ist da eine Empörung, ein Entsetzen, oder sogar eine Wut über diese Welt, die Gesellschaft, und darüber wie vieles läuft auf unserer Erde. Wir sehen vielleicht überall Ungerechtigkeit die uns umgibt. Dieses Gefühl kann den Antrieb geben aufzustehen und sich dagegen zur Wehr zu setzen. Vielleicht glaubst du zu wissen, was für die Welt das Beste währe! Also ziehst du los und willst die Welt verändern. Oder zumindest möchtest du dass, denn …

… Andererseits hat das Alles gar keinen Sinn. Du bist froh, wenn du dein eigenes Leben auf die Reihe kriegst. Kräfte vorrätig hat keiner. Jeder hat sein eigenes Leben und die meisten müssen Arbeiten gehen um dieses Leben bezahlen zu können. Wir alle kennen das, wir  benötigen unsere Energie für den Alltag, die Arbeit und für die Auseinandersetzungen mit der Lebenspartnerin, dem Chef, der Nachbarin, dem Mitarbeiter, oder der Lehrerin. Und vor allem für unseren eigenen Reaktionen darauf. Unsere Zeit ist ausgefüllt, und es beliebt nichts davon übrig. So hetzen wir alle, mehr oder weniger, durch unseren Alltag.

Dazwischen gibt es etwas Drittes. Etwas, dass diese beiden Seiten ansehen kann, genau, wie du es jetzt mit diesen beiden Text Abschnitten getan hast. Wenn du für dich nicht bereits eine Meinung oder eine Antwort gemacht hasst, dann kannst du diese beiden Seiten sehen und selbst in dir spüren. Du kannst sie ansehen als Beobachter, hast aber dabei keine Meinung. Und du kannst die Ohnmacht spüren, die entsteht, wenn du hinter allen Aspekten eine teilweise Berechtigung sehen kannst.

So muss es dem zeitgemässen Menschen ergehen. Auch uns von Occupy geht es so.

Was ist Occupy? Müssen wir so heissen? Oder sind wir die Entsetzten? Sind wir politisch? Sind wir wirtschaftsfeindlich? Oder sind wir spirituell? Oder eben gar nicht? Was wollen wir? Wogegen kämpfen wir? Oder wofür? Kämpfen wir überhaupt? Was tun wir, wenn wir nicht kämpfen? Wir haben viele berechtigte und unbeantwortete Fragen!

Was wir nicht haben ist die eine Antwort! Und, das zeichnet uns aus! Ganz Ehrlich!

Wir haben keine fertige Meinung, kein System für die perfekte Welt bereit. Wir wissen aber, dass es jetzt höchste Zeit ist gemeinsam danach zu suchen! Auch wenn wir nicht wissen, wie die Zukunft aussehen wird, wir glauben an eine neue Welt.

Wir sind die unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen. Aber wir sind weltweit bereit gemeinsam für eine Welt zum Wohle Aller einzustehen. Darum erheben wir uns!

Wofür bist du bereit einzustehen?
Nütze die besinnliche Weihnachtszeit und frage dich selbst:

Wozu würde ich aufstehen? Was braucht es, bis ich mich erhebe?
Fühle ich mich wohl in unserer Gesellschaft?
Wie möchte ich, dass die Welt ausschaut?
Welchem Wertsystem folge ich?
Wo regiert mein Geld?
Wo werde ich vom Geld regiert?
Wo habe ich Macht?
Nutze ich meine Macht zu meinem persönlichen Vorteil?
Glaube ich an eine gerechtere Welt?
Wie würde diese für mich aussehen?

Steh auf, und hilf uns mit deinen Ideen!

In diesem Sinne, frohe Weihnachten!

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