VV Protokoll vom 10.07.2012

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VV Protokoll von Occupy Basel vom 10.07.2012

1. Begrüssung
3 Anwesende
Protokollführer: Stefan

2. Gegen längere Ladenöffnungszeiten
Am 27.06.2012 wurde vom grossen Rat entschieden, dass die Ladenöffnungszeiten verlängert werden sollen. Konkret soll am Samstag bis um 20 Uhr geöffnet sein dürfen und an 4 statt 2 Sonntagen im Jahr. Gewerkschaften und linke Parteien haben darauf umgehend das Referendum angekündigt.

Eine Sitzung zur Referendums-Komiteegründung wurde am 04. Juli einberufen und stiess auf breites Echo. Occupy Basel war auch dabei. Aus Solidarisierung mit den ArbeitnehmerInnen und aus vielen anderen Gründen finden wir längere Ladenöffnungszeiten schlecht und bekämpfen diese aktiv. Aus diesem Grund wurden wir neben den Gewerkschaften Unia, Syndicom und Syna, dem Basler Gewerkschaftsbund, Travail Suisse NWS, der ARB, den Parteien SP BS, BastA!, EVP BS, Grüne BS, JUSO BS sowie diversen Einzelpersonen zum offiziellen Komitee-Mitglied.
Eine ausführliche Begründung unserer Position findet sich hier: www.socialthink.ch/public_html/occupy/?p=391

In der Woche vom 2. Juli bis zum 7. Juli wurden mit grossem Einsatz Unterschriften gesammelt. Auch hier war Occupy Basel aktiv und konnte über 100 Unterschriften beitragen.
Und so kamen die nötigen 2000 Unterschriften bereits innerhalb einer Woche zusammen, was ein starkes Signal ist, dass die Bevölkerung dieses Anliegen unterstützt und keine längeren Ladenöffnungszeiten befürwortet.

Die Unterschriften-Übergabe wird am Freitag, dem 10. August um 10:00 beim Rathaus stattfinden. Details dazu werden folgen, Anwesenheit wird natürlich stark begrüsst.

Die auf das Referendum folgende Abstimmung wird voraussichtlich im November oder Dezember stattfinden. Auch dazu werden weitere Details folgen. Da mit dem Referendum noch nichts gewonnen ist, werden wir bis zur Abstimmung weiter bei der Sache bleiben.

3. Occupy BAZ
Die Basler Zeitung hat in ihrem Artikel über das Referendums-Komitee alle Mitglieder ausser Occupy Basel aufgezählt. Offenbar hält man uns für nicht erwähnenswert. Aus diesem Grund, aber auch weil seit längerem ein grosser Teil der Basler Bevölkerung mit der BAZ unzufrieden ist und diese ziemlich unverdeckt Rechtspopulismus betreibt, haben wir uns für eine neue Aktion entschieden: Occupy BAZ. Diese Aktion findet vorerst ausschliesslich auf Facebook statt und soll dazu dienen, am Beispiel der BAZ auf einseitigen Journalismus und Propaganda aufmerksam zu machen. Langfristig wären weitere Aktionen wie >>Occupy *Beliebige Mainstream-Medien*<< sowie natürlich Aktionen ausserhalb von Facebook denkbar.
Die neue Facebook-Seite ist hier zu finden: www.facebook.com/pages/Occupy-BAZ/470731676272565
Wenn die BAZ nicht über uns spricht, sprechen wir eben über die BAZ. So geht das.

4. Rückblick Geburtstagsveranstaltung Décroissance
Bereits am 1. Juli hat die Geburtstagsveranstaltung von Décroissance bezüglich ihrem ersten Geburtstag stattgefunden. Aus starkem Interesse und zur Vernetzung war Occupy Basel anwesend. Im folgenden ein kurzer Überblick, was Décroissance überhaupt sein soll:

Der Name steht für „Ent/Post-Wachstum“, dh. eine Gesellschaftsform ohne stetigen Wirtschaftswachstumszwang. Die Grundlage dafür ist, dass auf einer endlichen Welt endloses Wirtschaftswachstum nicht möglich ist. Die Idee geht von Wissenschaftlern und Philosophen wie Nicholas Georgescu-Roegen, Ivan Illic, und André Gortz aus. Der Ökologie muss unbedingt ein erstrangiger Stellenwert zugeschrieben werden, und die Ökonomisierung und die Höherstellung der Ökonomie über den Menschen wird kritisiert. Innerhalb der Bewegung existieren verschiedene Strömungen analog zu den vertieften Interessen der einzelnen Aktivisten.

– Arbeit: Auch undenkbare Zustände und Utopien sollen durchdacht und behandelt werden. Da kein weiteres Wachstum stattfinden soll, muss das jetztige Arbeitsvolumen sowie das Vermögen umverteilt werden. Dabei ist ein Wandel von oben nicht realistisch und muss unbedingt von unten kommen. Die Problematik dabei: Der einzelne Mensch muss erst aus dem System rausfallen bevor er die Fehler im System zu realisieren vermag.
Die drei grundlegenden Ansätze zu einer Verbesserung sind: Bedingungsloses Grundeinkommen, Demonetarisierung der Gesellschaft sowie eine Befähigung jedes einzelnen Menschens, bzw. Steigerung der Eigenproduktion.

– Kulturkonsum: Im Gegensatz zu früher werden im urbanen Raum sämtliche natürlichen Geräusche wie Wind, Wasser, Tierlaute durch menschliche Einflüsse wie Verkehrslärm, Lichtsmog, Luftverschmutzung etc ersetzt. Trotz dieser Belastung und einer steigenden Reizflut dröhnen wir uns zusätzlich durch masslosen Konsum zu, zum Beispiel in Bereichen wie Musik und Medien. Dies führt zu einer starken Oberflächlichkeit und wir werden zu gefühlslosen „Konsum-Schafen“.
Zur Lösung sollte eine bewusste Sinnbenützung wiedererlernt werden, ganz nach dem Motto „Less is more“. Dann könnte man sich auch vertiefter mit einzelnen Dingen auseinandersetzen.

– Ernährung: (Massen)-tierhaltung ist eine eindeutige Verschwendung und führt zu unzähligen Problemen. Dieser Ansatz ist jedoch oft anthropozentrisch bedingt (Klimwandel ist schlecht, weil es unsere Existenz bedroht), das Problem sollte aber auf einer höheren Ebene angegangen werden. So sollte eine Motivation ethisch und politisch bedingt sein und die heutige Diskriminierung und Gefühlskälte gegenüber anderen Lebewesen überwinden. „Artgerecht ist nur die Freiheit“.
Mögliche Ansätze: Urban Agriculture, Longomaï, Gemüsekorb

5. Planung weiterer Filmabende
Bisher vorgeschlagene Filme für zukünftige Filmabende:
We feed the world, Unser täglich Brot, Food Inc, Good Food Bad Food, Taste the Waste, Gottfried – Der Selbstversorger, Bottled Life, Kaufen für die Müllhalde – Die geplante Obsoleszenz, Education is not for sale, Nebenwirkungen, Cleveland versus Wallstreet, Redacted, V for Vendetta, 99% Occupy Wall Street Collaborative Film, Früchte des Zorns.
Bis zur nächsten Vollversammlung machen wir uns eine Vorstellung von all diesen Filmen um herauszufinden, welche wir aufführen wollen.

6. Planung Filmabend Juli?
Es ist schade, dass wir überhaupt nichts geplant haben für den gesamten Juli. Da wir nun ein alternatives Raumangebot erhalten haben, ergäbe sich die Möglichkeit, trotz Ferien im LoLa einen Filmabend durchzuführen. Die Idee wird kritisch diskutiert, weitere Überlegungen werden angestellt.

7. Weitere Vernetzung mit anderen Verb

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