Geschichte

Geschichte von Occupy weltweit

Das weltweite Motto der Bewegung ist „We are the 99 percent“. Es stellt die ungleiche nationale wie auch globale Vermögensverteilung an den Pranger. Das Schlagwort „99%“ ist seither zu einem allgegenwärtigen Begriff geworden in der Gesellschaft.

Traditionell wird auch die Maske von Guy Fawkes und aus dem Film V for Vendetta oft verwendet. Diese Maske steht dafür, dass man nicht überall auf der Welt die Freiheit hat für seine Meinung einzustehen. Ausserdem ist sie ein Zeichen, dass wir unsere Privatsphäre auch schützen sollten wenn wir nichts zu verbergen haben.

Der erste breite Aufruf zur Besetzung der Wall Street, gestartet von der kanadischen Stiftung adbusters, fand in New York am 17. September 2011 in Anlehnung an den arabischen Frühling statt.

Demonstriert wurde unter anderem gegen die Gier der Unternehmen, die soziale Ungerechtigkeit, die uneingeschränkte Macht von Banken und multinationalen Unternehmen, und dass man sich mit Geld problemlos über den demokratischen Prozess hinwegsetzen kann. Mehrere zentrale Plätze in New York City wurden friedlich und langfristig organisiert besetzt.

Die Grösse der Bewegung wuchs innerhalb einer Woche sehr stark, genauso aber auch die Repression durch die Polizei. Am 1. Oktober wurden 700 Demonstranten auf der Brooklyn Bridge eingekesselt und festgenommen. Darauf hin weiteten sich die Demonstrationen auf ganz Nordamerika, und später auch nach Europa und Asien, aus. Auch die Gewerkschaften schlossen sich zu Tausenden dem Protest an. Zudem wurde dieser an vielen Orten von Studenten unterstützt und übernommen.

Eine nennenswerte Grossaktion war die Blockade sämtlicher Häfen an der Westküste der USA, auch als „Occupy Ports“ bekannt. Die Gewerkschaften und Arbeitnehmer durften sich dieser Aktion nicht anschliessen, da sie sich sonst, gemäss den Gesamtarbeitsverträgen und der damit verbundenen Abtretung sämtlicher Rechte, strafbar gemacht hätten. Dadurch funktionierte die Aktion leider nur teilweise. Die Häfen, die damit verbundenen Transportunternehmen und auch die Grossverteiler werden alle von Goldman Sachs kontrolliert.

Eine andere Aktion wurde unter dem Namen „Occupy our Homes“ ins Leben gerufen um diejenigen Leute zu unterstützen, welche durch das Platzen der Immobilienblase und die darauf folgenden Hausräumungen obdachlos zu werden drohten. Dabei wurden zahlreiche Häuser, welche geräumt werden sollten, besetzt und gegen die Räumung verteidigt. In Amerika gibt es zur Zeit mehr leer stehende Häuser (18.5 Millionen) als Obdachlose (3.5 Millionen)!

Mitte Mai fand in Frankfurt die mehrtägige Blockupy-Aktion statt, ein gemeinsamer Anlass von verschiedenen kapitalismuskritischen Bewegungen. Das Ziel, dass das europäische Bankenzentrum blockiert werden sollte, wurde von den 25’000 Demonstranten vollständig erreicht, auch dank der tatkräftigen Unterstützung von 5’000 Polizisten, welche aus unbegründeter Panik vor Ausschreitungen die ganze Innenstadt vorsorglich abgeriegelt hatten. Viele Leute hatten sich spontan den pauschal unbewilligten Demonstrationen angeschlossen, weil sie eine derartige Einschränkung der Grundrechte nicht tolerieren wollten.

Am 17. September wurde in New York der erste Geburtstag von OWS gefeiert. Dabei wurde eine aktuelle und langfristige Aktion weiter vorangetrieben, von welcher man durchaus noch öfters hören könnte: Strike Debt. Die 99% haben die Schulden nicht verursacht, also werden sie sie auch nicht zurückbezahlen! Von den über 1’000 friedlichen Demonstranten wurden mindestens 180 verhaftet.

Die Repression von Occupy durch Medien, Politik und Polizei findet bis heute sehr hartnäckig und grundlos statt. Beinahe alle weltweiten Camps wurden unterdessen gewaltsam aufgelöst. Bis zum 25. Oktober 2012 wurden in den USA mindestens 7’697 friedliche Occupy-Demonstranten festgenommen!

Geschichte von Occupy Schweiz und Occupy Basel

In der Schweiz wurden am 15. Oktober 2011 das erste Mal Plätze in Zürich, Genf, Bern und Basel besetzt und eine öffentliche Debatte über eine Veränderung im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Zusammenleben gestartet. Langfristige Camps haben sich in Zürich und Genf gebildet, diese wurden unterdessen jedoch wieder aufgelöst, teilweise wiederum gewaltsam von der Polizei.

Ende Januar wurde in Davos die Aktion Occupy WEF durchgeführt. Ein Iglucamp wurde errichtet und Occupy-Aktivsten stellten die Frage, wo die restlichen 6.999 Milliarden Leader sind, welche durch die WEF-Leader nicht vertreten werden.

In Basel versammelten sich am 15. Oktober 2011 rund 100 Leute. Danach wurden regelmässige Mahnwachen vor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich abgehalten. Die BIZ wäre zuständig für die Regulierung der Finanzwelt, versagt aber genauso wie alle anderen Regulatoren ebenfalls.

Am 10. November 2011 wurde eine Diskussionsrunde mit BIZ-Generalsekretär P. Dittus abgehalten. Ein paar Zitate von seinen Ausführungen:
– Es ist nicht die Aufgabe der BIZ, das System der Casinospekulationen zu hinterfragen.
– Die Aufgabe der BIZ ist es, dieses System zu stabilisieren.
– Ich wünschte mir, dass nicht nur 100 sondern 100’000 Demonstranten gegen die Banken auf die Strassen gingen.
– Ausser dem Volk ist niemand mehr im Stande die Banken zu regulieren.

Am 15. Februar 2012 wurde die erste Aktion gegen die BKB durchgeführt. Damals protestierten wir gegen die fahrlässige Übernahme von amerikanischen Schwarzgeldern von der UBS. Diese Praktiken werden wohl noch zu einer Anklage oder einer Busszahlung führen. Ausserdem wiesen wir damals schon auf die Tochterfiliale der BKB in Guernsey hin und bemängelten, dass die BKB in AKWs und Rüstungsindustrie investiert und höchstwahrscheinlich auch mit Nahrungsmitteln spekuliert. Der Basler Steuerzahler haftet wegen der Staatsgarantie direkt für die Gier und Dummheit der BKB-Manager.
Am 03. Mai 2012 wiederholten wir diese Aktion anlässlich der Partizipationärsversammlung der BKB, jedoch wurde mit allen Mitteln versucht zu verhindern, dass wir unsere Meinung kundtun können, inklusive rechtswiedriger Verhaftung durch die Polizei.

Seit Anfangs Mai haben wir jede zweite Woche einen Filmabend durchgeführt und konnten bereits diese 25 Filme zeigen: Kapitalismus – Eine Liebesgeschichte; Kein Mensch ist Illegal; Let’s make Money; Plastic Planet; Der Schein trügt; Money as Debt 1; Kaufen für die Müllhalde; The Corporation; Früchte des Zorns; American Autumn – An OccuDoc; Occupy Me; Unser täglich Brot; Gottfried der Selbstversorger; Education is not for sale; Cleveland vs. Wallstreet; Bottled Life; Catastroika; Inside Job; The Yes-Men fix the world; Goldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt; Bulb Fiction; Water Makes Money; Earthlings; Armutszeugnis und Afrika – Der ausgeraubte Kontinent. Alles durchaus sehr empfehlenswerte Filme!

Wir waren auch bei verschiedensten Demonstrationen aktiv dabei: Stopp ACTA in Basel; 2 x 1. Mai-Demo in Basel; Marsch der Sans-Papiers in Basel; Industrie-Demo in Bern; Für die Freilassung des Gefangenen vom NT-Areal in Basel; Klimabegräbnis mit Jungem Grünen Bündnis in Basel, Anti-INDECT-Demo in Zürich und Warnstreik BaZ-Druckerei in Basel.

Auch politisch waren wir aktiv und haben uns stark eingebracht, zum Beispiel gegen die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten in Basel Stadt und für die weltweite Überwindung von Armut. Auch beim ASE-Skandal der BKB waren wir aktiv an der Aufmerksamkeitsbildung beteiligt. Seither haben wir uns vermehrt mit der BKB beschäftigt: Massive Eigenkäufe bei der BKB, Die unethischen Spekulationen der BKB, Die Basler Kantonalbank und der Hunger. Unterdessen kam es auch zu einem Gespräch mit BKB-Mitarbeitenden, und da aktuell gerade das neue Bankgesetz für die BKB in der Vernehmlassung ist, werden wir auch aktiv an dem Thema dran bleiben.

Wir arbeiten stark an der Vernetzung der 99%. Deshalb haben wir bereits mehr oder weniger starke Verbindungen zu folgenden Organisationen und Bewegungen geknüpft: Anonymous, Attac, Basta!, Bleiberecht Basel, Décroissance, Erklärung von Bern, Integrale Politik, Junges Grünes Bündnis, JUSO, MOMO, Planet 13, Occupy Zürich, SP, Syndicom, Unia, Urban Agriculture und viele weitere.

Zur Zeit gibt es kein Camp in Basel. Wir konzentrieren uns voll auf unsere Events, Themen und Arbeitsgruppen.

Seite zuletzt geändert am 17.05.2013

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