Occupy Basel solidarisiert sich mit allen von Armut betroffenen Menschen

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Armut ist überall, Armut kann alle treffen und wir sind weit davon entfernt, die Probleme zu beheben welche zu Armut führen können.

Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, findet am 17. Oktober 2012 der Welttag zur Überwindung von Armut statt. Auch in Basel wird dieser Event durchgeführt, und Occupy Basel wird aktiv mitwirken.

Obwohl die Schweiz kürzlich zum reichsten Land der Welt gekürt wurde, lebt auch hier etwa 10% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. In vielen Ländern ist diese Situation noch viel dramatischer. Weltweit sind über 850 Millionen Menschen am Verhungern!

Armut in entwickelten Ländern und Armut in Entwicklungsländern  ist oft eng mit den Mechanismen verknüpft, welche die entwickelten Länder für ihre hohe Entwicklung ausgenützt haben und nachwievor ausnützen! Auf vielen unterschiedlichen Wegen führt unser Handeln, unsere Wirtschaft und Politik, bzw Globalisierung und Kapitalismus im Allgemeinen, zu Armut an verschiedensten Orten auf der Welt, und auch in der Schweiz selbst! Kräftig am Mitmischen ist dabei natürlich auch unsere Finanzindustrie!

Hier ein paar Punkte wie unser Handeln oder unsere Wirtschaft und Politik zu Armut führen können:

  • Unsere Finanzindustrie und auch das ihr zugrunde liegende Geldsystem verstärken die Ungleichheit auf der Welt. Wie dass das zustande kommt, hat Occupy Basel bereits anlässlich des Marsches der Sans-Papiers durch Europa Ende Juni 2012 aufgezeigt. Die Schere zwischen Arm und Reich vergrössert sich stetig, unter anderem durch das Zinsgeld-System (Reiche verleihen Geld und kriegen Zinsen dafür, Arme müssen Kredite aufnehmen und Zinsen bezahlen). Die Schweiz ist eine grosse und beliebte Steueroase. Das versteckte Geld fehlt finanziell schwächeren Staaten im öffentlichen Haushalt. Aussderm ist die Schweiz eine wichtige Drehscheibe für den internationalen Rohstoffhandel.
  • Die Profite der Wirtschaft und Wirtschaftswachstum stehen über allem, auf Kosten der Natur und unserer Gesundheit. Durch den Abbau von Regulierungen geht auch Sicherheit und Stabilität verloren. Gewinne und grosse Vermögen werden immer weniger versteuert. Durch Intransparenz und Lobbying werden die Gewinne auf Kosten der Steuerzahler gesteigert, in diesem Beispiel durch die Krankenkassenprämien. Verluste, verusacht durch Dummheit und grosse Risikofreude, werden verstaatlicht und schlussendlich vom einfachen Steuerbezahler getragen, da Banken too big to fail sind, dh. nicht bankrott gehen wollen, sorry, dürfen.
  • Waffenexporte: Schweizer Waffen sind bei vielen Kriegen und Unruhen in instabilen Ländern beteiligt. Zur Imagepflege wird für einen Bruchteil der Kriegsmaterial-Exportgewinne das Rote Kreuz unterstützt.
  • Diskriminierung und Ausschluss von Minderheiten: Die populistische Suche nach Sündenböcken für beliebige Probleme führt zur Hetzerei gegen Minderheiten und benachteiligte Schichten wie zum Beispiel Migranten, Arbeitslose und Randständige. Dringend nötige Sozialleistungen werden wegen Sparmassnahmen abgebaut oder gestrichen.
  •  Massenkonsum: Unser massloser Konsum ist nur dank der Billig-Produktion in Entwicklungsländern, auf Kosten der Gesundheit der Arbeiter und der Umwelt, möglich. Rohstoffraub führt zur Förderung von sozialen Unruhen und Krieg. Die Umweltschäden werden verlagert, die Rohstoff-Verbrauchs-Werte der entwickelten Länder können aufpoliert werden. Ressourcen werden schamlos geklaut und ausgebeutet, was zu einer globalen Preissteigerung für Rohstoffe und Nahrungsmittel führt.
  • Verschwendung: Wird nicht genügend konsumiert, wird das Wirtschaftswachstum durch Überproduktion gefördert, dies führt zu weiterer Ressourcen-Ausbeutung. Nahrungsmittelverschwendung findet im grossen Stil statt, wir können uns das ja leisten. Auch die Fleischproduktion ist eine Verschwendung von verschiedensten Ressourcen. Die durch den Konsum und vorschnelle Entsorgung entstehenden Mülldeponien werden in Entwicklungsländern ausgelagert.
  • Land-Grabbing, auch Neo-Kolonialismus: Hoch entwickelte Länder, darunter auch die Schweiz, betreiben Landkauf in den nicht entwickelten Länder im grossen Stil. Die ungeschützte und somit wehrlose einheimische Bevölkerung wird dabei vertrieben. Auf den Flächen werden Solarpanels aufgestellt, dessen Strom nach Europa geliefert wird. Oder es werden in Monokulturen Pflanzen angebaut, welche zur Agrartreibstoff-Gewinnung genutzt werden können.

Natürlich gibt es noch viele weitere Gründe für Armut. Die obigen Beispiele zeigen aber, dass wir alle an Armut hier und weltweit mitschuldig sind! Ohne konsequente Verhaltensänderung können wir die Armut nicht beheben, die Augen zu verschliessen ist keine Lösung! Auch muss von den hier ansässigen Firmen dringend eingefordert werden, dass sie Ausbeutung, Missachtung der Menschenrechte und Elend nicht weiter fördern!

Aus diesem Grund solidarisiert sich Occupy Basel mit allen Menschen, welche von Armut betroffen sind. Setzen wir ein Zeichen, dass wir Armut nicht länger fördern wollen, sondern dass wir bereit sind unser Verhalten zu ändern, und damit benachteiligten Menschen hier und weltweit helfen wollen!

Occupy Basel wird bei dem Welttag zur Überwindung von Armut in Basel am 17.10.2012 dabei sein. Kommt auch ihr und unterstützt uns!

Passende Ergänzung: Der Film “Image Problem” ist in den Schweizer Kinos angelaufen. Infosperber hat dem Film eine zehnteilige Serie der Schweizer Schönheitsfehler gewidmet:

0/10: Die Schweiz – schön, aber hässlich?
1/10: Die Kungelei mit dem Apartheidregime
2/10: Das lukrative Geschäft mit dem Bankgeheimnis
3/10: Der ausbeuterische Rohstoffhandel
4/10: Die grenzenlose Tiefsteuerpolitik
5/10: Der mörderische Export von Waffen
6/10: Die TV-Auftritte von Roger Köppel
7/10: Die Korruption bei der FIFA
8/10: Die abschreckende Asylpolitik
9/10: Die Feindseligkeit gegen Deutsche
10/10: Das verklärte Selbstbild

Nachtrag: Im KircheHeute vom 25.10.2012 ist ein schöner Beitrag zu diesem Anlass erschienen, in welchem wir auch genannt werden: KircheHeute zum Welttag zur Überwindung von Armut

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