Medienmitteilung vom 15.03.2013: Totgesagte leben länger – Occupy Schweiz bleibt aktiv!

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Mit dieser Medienmitteilung möchten alle aktiven Occupy-Gruppierungen der Schweiz gemeinsam Fragen über unsere Aktivität sowie über unsere Zukunft klären. Durch rege Weiterverbreitung könnt Ihr uns helfen für eine ausgewogene Berichterstattung über Occupy zu sorgen!

Die kürzlich erschienene Ankündigung zur Löschung des Facebook-Accounts von Occupy Bern wurde von den Medien mit viel Interesse aufgefasst. Die damit verbundenen Anfragen wurden neben Occupy Bern nur an Occupy Zürich gerichtet, die nach wie vor sehr aktiven Gruppierungen von Occupy St. Gallen, Occupy Jura und Occupy Basel wurden auf dieser angeblichen Spurensuche leider nicht einmal angeschrieben. Da der daraus resultierende Zeitungsartikel (Der Bund vom 12.03.2013: Das stille Ende von Occupy Bern) deshalb nicht zu einer ausgewogenen Meinungsbildung bei der Leserschaft führen kann, möchten wir hiermit gemeinsam auf die uns gestellten Fragen eingehen und unsere Sicht der Dinge darlegen.

Wir hoffen damit zu erreichen, dass auch unsere durchaus sehr lebhaften Aktionen wieder vermehrt auf das Interesse der Medien stossen, und dass nicht nur Zeichen der Schwäche gesucht und breitgetreten werden. Oder zumindest erklären zu können warum dieses krampfhaft gezeichnete Bild nicht der Wahrheit entspricht.

Titelbild

Was waren die kürzlichen Aktionen der verschiedenen Occupy-Gruppierungen in der Schweiz?

– In St. Gallen wurde vergangenen Herbst die auf grosse Resonanz stossende Aktion „Occupy Olma“ durchgeführt, bei welcher für mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft geworben wurde.
Anfangs März wurde gleichenorts auch die Aktionsreihe „Occupy money“ (Tagblatt vom 04. März 2013: Virtuelles Geld mit realen Folgen) angestossen: Mit verschiedenen Anlässen werden Interessierte über die heutigen negativen Aspekte der privaten Geldschöpfung und über die dadurch entstandene Notwendigkeit einer Vollgeldreform informiert.
– In Basel wurde am 3. März die Aktion „Occupy sorgt für Transparenz bei der muba 2013“ erfolgreich umgesetzt, bei welcher über verschiedene Aspekte des Konsums wie zum Beispiel der geplanten Obsoleszenz oder dem ausbeuterischen Ressourcenverbrauch wie auch über das Lohndumping beim Messe-Neubau informiert wurde. Zum Kernthema Finanzindustrie hat Occupy Basel ausführlich und wiederholt über die zahlreichen Skandale und verschwiegenen Tätigkeiten der Basler Kantonalbank aufgeklärt, zuletzt mit dem für viel Aufregung sorgenden Artikel „Die Basler Kantonalbank und der Hunger“. Auch die politische Mitarbeit und Vernetzung wird zunehmend intensiviert, zuletzt am Beispiel unseres erfolgreichen Kampfes gegen längere Ladenöffnungszeiten in Basel: Occupy Basel solidarisiert sich mit Verkaufspersonal gegen Ausbeutung durch verlängerte Ladenöffnungszeiten. Nebenbei weist Occupy Basel seit Mai 2012 mit Hilfe regelmässiger Filmabende auf verschiedenste Probleme der heutigen Zeit hin, und so wird am übernächsten Sonntag, dem 24. März 2013 bereits der 18. Film gezeigt, „Bulb Fiction“, ein sehr eindrücklicher Film über die schädlichen Aspekte von Sparlampen und Quecksilber.
– In Zürich werden regelmässig grössere und kleinere Mahnwachen und Strassenaktionen durchgeführt. Bereits geplant ist ein weiterer grosser Informationsevent zu Immobilien-, Finanz-, Spekulations- und sonstigen Blasen.
– In Chur lässt Occupy Alpenrhein regelmässig von sich hören mit Versammlungen und Strassenaktionen, und nimmt am 7. Mai an einem Podium der HTW Chur zum Thema Einkommens- und Vermögensunterschiede teil.
– Auch in Delémont werden regelmässig Events von den Empörten durchgeführt. Bezüglich einer gegenseitigen Vernetzung hat die Überwindung des Röstigrabens jedoch noch Potential zur Verbesserung.

Ausserdem wird zunehmend grosser Wert auf die internationale Verknüpfung mit anderen Occupy- sowie Protestbewegungen gelegt.

Viele dieser Events wurden überregional geplant und durchgeführt. Unter dem Namen „Occupy on tour“ vereinen sich zahlreiche Occupy-AktivistInnen, welche die verschiedensten Aktionen in den Bereichen Menschenrechte, Frieden, Hunger, Umwelt und Finanzen tatkräftig unterstützen und mitorganisieren. Auch wenn sich diese nicht immer direkt einzelnen Lokalgruppen zuordnen lassen, tragen sie die Botschaft von Occupy in die Schweiz und in die ganze Welt.

Zu guter letzt hat sich Occupy nie über Aktivismus, Camping oder öffentliche Sympathisierung definiert. Die von den obersten Schichten ausgebeuteten 99% der Bevölkerung stehen symbolisch für die Bewegung, auch wenn nicht alle die Kraft, die Möglichkeiten, den Mut oder das Geld haben sich aktiv dafür einzusetzen. Occupy hat keine Hierarchien, keine Mitgliederlisten und auch keine Interessenskonflikte aufgrund verschwiegener Geldzuflüssen. Occupy ist das Volk, das Volk der Empörten gegenüber der masslosen Bereicherung Einzelner auf Kosten Vieler.

Was ist mit den tausenden von Demonstranten vom Beginn der Bewegung passiert?

Da die Bewegungen in St. Gallen, Delémont, Chur und Basel – wie auch in Bern – nie so grosse Massen mobilisiert haben wie in Zürich, haben sich diese grösstenteils auf Aufklärungs- und Informationsevents beschränkt. Diese werden aktiv weitergeführt und stossen unvermindert auf breites Interesse und viel Zuspruch aus der Bevölkerung.
Den grössten Einfluss auf die Grösse der Zürcher Bewegung hatten sicherlich die drei Campräumungen, welche teilweise auch ungerechtfertigterweise und mit polizeilicher Gewalt durchgesetzt wurden. Diese Repression, sowie auch die rasch einsetzende Verunglimpfung in vielen Medien, liessen viele Empörte entmutigt zurück.

Und auch wenn Occupy als Solches in der Öffentlichkeit nicht mehr so stark wahrgenommen wird wie zu Beginn: Die allermeisten AktivistInnen sind durchaus noch sehr aktiv, sei dies für die Bewegung selbst oder in Parteien, Verbänden oder durch andere Aktionsformen, verteilt über die ganze Schweiz wie auch auf das Ausland, wo vor allem solidarische Projekte für Griechenland, Spanien und Italien vorangetrieben werden.

Da der Rückhalt in der Bevölkerung gegenüber der erfolgreich konsequent friedlichen Bewegung trotz ständiger Denunziation sowie die Ausbreitungen verschiedener weltweiter Krisen nicht nachlassen, kann schon ein kleiner Auslöser zur Wiedervereinigung der AktivistInnen und  der grossflächigen Wiederbelebung von Occupy in der Schweiz führen. Denn auch wenn die Schweiz das reichste Land der Welt sein mag: Die Unstimmigkeiten werden täglich grösser und besser sichtbar!

Wie sieht die Zukunft von Occupy in der Schweiz aus?

Genau so wenig wie sich die Krisen von selbst lösen werden, geschweige denn, dass dies durch die angebliche Krisenpolitik geschehen würde, werden auch die Themen der Occupy-Bewegung nicht verschwinden. Und mit ihnen werden auch die verbleibenden Occupy-Gruppierungen sowie die zahlreichen AktivistInnen, UnterstützerInnen und BefürworterInnen aktiv bleiben. Die Occupy-Bewegungen von Zürich, St. Gallen, Jura, Chur und Basel haben sich allesamt für einen langatmigen Kampf eingerichtet und werden die bisher erfolgreichen Aktivitäten weiterführen sowie neue Themen und Aktionsformen einbringen.

Es wäre wünschenswert, dass auch die Medien wieder vermehrt ihrer Aufgabe ausgewogener Berichterstattung nachkommen werden und über die vielen Probleme und Lösungsansätze (gegangene sowie alternative) in der heutigen Welt wie auch über die Aktivitäten von Occupy, sei dies in St. Gallen, Chur, Zürich, Jura, Bern, Basel oder sonstwo in der Schweiz oder weltweit informieren werden.

Sämtliche Schweizer Occupy-Gruppierungen sehen sich als Teil der weltweiten Occupy-Bewegung, welche ihren Ursprung an der Wall Street in New York hat. Die fortlaufende Vernetzung der ausgebeuteten 99% verläuft bewusst und konsequent gewaltfrei.

Kontakte und weitere Informationen

Occupy Zürich
Mail: medien@occupyzuerich.ch
Homepage

Occupy St. Gallen
Facebook

Occupy Jura
Mail: occupy.jura@gmail.com
Homepage
Facebook

Occupy Alpenrhein
Facebook

Occupy Basel
Mail: occupy@occupybasel.ch
Homepage
Facebook
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4 Kommentare

  1. So lange man eben kein Krawal macht, den Staat und die Ordnung nicht gefährdet. Solange wird man eben nicht sonderlich ernst genommen.

  2. Kloschüssel name ist programm
    ich frag mich immer,wieso liegt der fehler im system darin wer mehr oder weniger geld hat
    das ist so ne art kapitalistenlinke dieses occupy oder was

    und so was dann auch noch in europa
    grade wir haben doch die besten möglichkeiten andere ziel auszuarbeiten
    als geld verteilen,
    das ist ja noch nicht mal alternativ
    da sind die zeugen jehovas weiter

  3. Überlegung

    occupy als Begriff kommt der aus USA? äähhh USA?

    der ist english ja ich weiss das ist hipp,,das war auch nur ein “brainstorming”

    usw sag ich nur,

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