Occupy-Aktivist @ Liste 18 (Messe für junge Kunst)

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Update: Am Dienstagnachmittag soll eine kleine Aktion in der Stadt stattfinden, um diesen Event auch ausserhalb der Ausstellung zu bewerben. Wir suchen noch Leute welche uns dabei helfen wollen! Bisheriger Stand der Dinge: Wir treffen uns um 13 Uhr beim Baarfi, wo 2 Leinwände besprayt und dann durch die Stadt getragen werden sollen bis zur ArtBasel/Liste 18. Dazu sollen Flyer verteilt werden.
Ausserdem wäre es schön, wenn auch am Mittwoch während der Ausstellung noch etwas zustande kommen könnte, wir denken da an Flyern vor dem Eingang der Liste. Auch dafür würden wir uns über eure Unterstützung sehr freuen!
Da wir ungefähr wissen sollten mit wie vielen Leuten wir rechnen dürfen, wäre es super, wenn ihr euch kurz anmelden könntet bei uns!

Vor einiger Zeit haben wir eine sehr interessante Anfrage erhalten. Da die Zeit wie immer sehr schnell vergeht, und unterdessen die wichtigen Punkte geklärt sind, möchten wir euch unbedingt einbeziehen soweit wie möglich.

Die Anfrage ging vom Londoner Künster Jeremy Hutchison aus, welcher uns per Mail anfragte, ob wir gerne an der diesjährigen Liste18 teilnehmen wollten.
Jeremy Hutchison wurde insbesondere durch sein Werk “Dysfunctional luxuries” (Unbrauchbare Luxusgegenstände) bekannt, durch welches er auf die ArbeiterInnen in Massenproduktionsfabriken aufmerksam machen wollte. Diese sollten ein Massenprodukt gezielt mit einem Fehler herstellen, so dass dieses schlussendlich nicht mehr brauchbar ist, und gleichzeitig die Entstehungsgeschichte dazu beschreiben. Die unbrauchbaren Konsumgüter in Form von Kunst zusammen mit den Entstehungsgeschichten stellte er bereits an zahlreichen Events aus. Viele weitere Bilder dazu findet ihr hier.
Die Liste 18 ist eine unterdessen sehr bekannte Messe für gegenwärtige Kunst welche grösstenteils gleichzeitig zur Art Basel stattfindet, zu welcher hier wohl nicht mehr erklärt werden muss.
Jeremy ist der Ansicht, dass die Liste18 genauso wie die Art Basel zweifelslos zu den Events für die Reichen und Superreichen unserer Gesellschaft gehören. Ausserdem ist er davon überzeugt, dass die Bemühungen zur Systemveränderung auf allen Ebenen ansetzen müssen. Er glaubt insbesondere daran, dass der Kapitalismus durch sich selbst, vom Zentrum heraus, geschwächt werden kann. Und somit kommen wir endlich zur konkreten Anfrage an uns:

Quasi im Kern des Kapitalismus sollen wir unseren Protest zu den Mächtigen und Superreichen tragen. Für einmal sollen wir nicht auf der Strasse stehen, demonstrieren und von der Polizei zusammengeschlagen werden (Siehe unzählige Artikel über Blockupy Frankfurt hier, hier und hier als aktuelles Beispiel), sondern unsere Parolen und Forderungen an die Wände einer hochangesehenen Kunstmesse bringen. So eine Zusammenarbeit ist in der Geschichte von Occupy einmalig, einzig an der Berlinale soll etwas in dieser Richtung stattgefunden haben. Allerdings sei da den Besetzern lediglich ein Platz vor dem Messeareal zugewiesen worden, als gute PR-Aktion quasi (Alles nur vom Hörensagen, lassen uns da gerne berichtigen). Das soll bei unserem Event alles ganz anders sein: IN und WÄHREND der Messe soll ein Aktivist (leider ist es nicht möglich, dass wir als ganze Gruppe aufmarschieren, was ein bisschen schade ist, aber eine der wenigen Bedingungen der Organisatoren darstellt) unsere Botschaft an das 1% zusammenstellen und überbringen.

Falls euch das noch ein bisschen zu schwammig ist, könnt ihr hier ein Beispiel sehen in welche Richtung dass das Ganze ungefähr gehen soll, jedoch natürlich deutlicher mit antikapitalistischen oder sonstigen Aussagen unseres Protests. Die Mittel sind sehr ähnlich: 10-15 Leinwände (ca 1.50 x 1.00 Meter) sollen mit Spraydosen (rot, blau und schwarz) besprüht werden, zusätzlich ca 20 Blätter (0.8 x 0.6 Meter) mit Ölstiften bemalt werden. Abgesehen von diesen Mitteln und den Rahmenbedingungen, dass ein Aktivist vor Ort den Grossteil der “Kunstwerke” (Protest auf Leinwand wäre stimmiger) erstellen soll, sind wir absolut frei! Und noch ein paar Zückerchen (unserer Meinung nach völlig unnötige) dazu: Die Nachfrage für diese Form des Protests sei durchaus vorhanden, und wenn man zu viel Geld besitzt, lässt man sich sowas gerne auch was kosten. Das vorher erwähnte Stück “No Sex No War” von Dan Colen hat einen Wert von, ihr werdet es nicht glauben, ca 200’000 Dollar! Dabei werden für unsere Aktion nicht nur sämtliche Kosten von den Organisatoren übernommen, wir werden sogar noch zu gleichen Teilen an einem allfälligen Gewinn beteiligt. Welchen man natürlich für weitere Aktionen gut einsetzen könnte. Was gibt es spannenderes als die Mittel der Mächtigen gegen diese selbst einzusetzen (Ein super Beispiel für jemand der genau das auf die Spitze getrieben hat, seht ihr hier)?

In erster Linie ist der Event aber natürlich eine super Möglichkeit unseren Protest an ungewohnter Stelle anzubringen, und um Occupy wieder verstärkt ins Gespräch zu bringen! Und auch wenn schlussendlich nur ein Aktivist vor Ort sein kann, garantieren wir, dass das auf keinen Fall zu kurz kommen wird! Gerade sind wir auch am überlegen wie wir die Aktion doch noch ein bisschen breiter gestalten könnten. Alle Neuigkeiten erfährt ihr auf alle Fälle hier!

Nun solltet ihr langsam genug wissen wie dass der ganze Event aussehen soll, nun zum Konkreten und wie ihr alle uns helfen könnt und sollt:
Die Durchführung ist das eine, und wird schlussendlich wohl nur wenig Zeit und Aufwand in Anspruch nehmen (Ein paar Wörter auf eine Leinwand zu sprühen ist keine Hexerei, und soll auch ausdrücklich keine sein). Der zentrale Punkt ist aber die Botschaft welche wir vermitteln wollen! Und da seid ihr alle gefragt! Wir brauchen unbedingt starke und überzeugende Slogans in ziemlich grosser Menge und wir wollen wirklich viel Wert darauf legen, dass ihr da alle eure Ideen und Meinungen dazu abgeben könnt! Dabei sind die Möglichkeiten wie gesagt sehr frei, wichtig wäre einfach, dass die Botschaften kurz sind, je grösser wir auf den Leinwänden schreiben können um so besser! Und auf Englisch, da das wohl die wichtigste Sprache beim Zielpublikum sein wird.

Hier sind unsere bisherigen Ideen:

Top-Favoriten:

1. Text auf der Leinwand: YOUR AIR CAN VANISH; Titel: Money-Creation

2. Text auf der Leinwand: MONEY DRUGS SLUTS ???; Titel: Moneybag looking for his feelings

3. Text auf der Leinwand: AIR BMW WATER FOOD; Titel: Question your needs!

4. Text auf der Leinwand: (EMPTY); Titel: Capitalism sold it all

5. Text auf der Leinwand: MONEY KILLS TINA Titel: There is no alternative to capitalism

6.A Text auf der Leinwand: FIGHT FOR CHANGE; Titel: All ends up in two ways

6.B Text auf der Leinwand: FIGHT CHANGE; Titel: All ends up in two ways

7. Text auf der Leinwand: LAUNDRY EXPENSIVE; Titel: Swiss Banking System

8. Text auf der Leinwand: KANT EAT IT; Titel: Why does money rule the world?

Favoriten und sonstige gute Ideen:

1. Auf der Leinwand: Riesige Guy-Fawkes-Maske; Text auf Leinwand: YOU ARE WATCHED; Titel: Responsibility

2. Auf der Leinwand: Viele kleine Fische besiegen bösen Hai (Analog zu HIER); Text auf der Leinwand: GONNA GET YOU; Titel: Solidarity

3.  Auf der Leinwand: Alles vollgesprayt mit 99, lassen nur eine weisse 1 übrig; Titel: Dependency

4. Text auf der Leinwand: MY FAIR SHARE; Titel: Tax me more! (Alternative Idee, Wortspielerei: FAIR SHARE SHAIR FARE)

5.A Text auf der Leinwand: WAR HATE POVERTY; Titel: Your choice

5.B Text auf der Leinwand: NATURE LOVE PEACE; Titel: Your choice

Wie ihr sehen könnt hat sich da schon einiges an Ideen angesammelt! Was hält ihr davon? Wir würden uns sehr freuen über detaillierte Rückmeldungen! Diese Ideen sind bestimmt alle noch perfektionierbar, oft kann nur ein leicht verändertes Wort einen grossen Unterschied machen! Ein Beispiel: Wir sind am hin- und herüberlegen zwischen “MONEY KILLS TINA” oder “MONEY KILLED TINA”. Die Tendenz ist bei ersterem, weil es zwar schon immer klar war, dass es eine Alternative geben muss, aber bis heute sehr viele Leute anders argumentieren und den Kapitalismus als Ende der Geschichte sehen. Auch wenn es schöner wäre, wenn TINA bereits tot wäre, ist es wohl realistischer zu sagen, dass sie gerade am sterben ist, bzw durch unseren Wiederstand sterben muss! Wie seht ihr das?

Wir freuen uns über eure zahlreichen Rückmeldungen und Ideenvorschläge! Eure Meinung zu den bestehenden Ideen sowie komplett neue Ansätze interessieren uns sehr! Die Zeit drängt leider schon ein bisschen, der Event soll am 12. Juni stattfinden!

Vielen Dank! Falls ihr ausführlicher und intensiver darüber diskutieren wollt, dürft ihr das gerne auch per E-Mail (an occupy@occupybasel.ch) tun!

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