Fangen wir von vorne an…

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eine persönlichen Beitrag von Andreas Wyss, entspricht nicht zwingend der Mehrheitsmeinung und sicher nicht dem Konsens…

Nun sitze ich wieder Zuhause und betrachte die vergangenen Tage mit ein bisschen Abstand. Eine innere Ruhe ist zurückgekehrt und  meine Kräfte sind schon fast wieder beisammen. Die Kundgebung war nicht die Erste die ich besucht habe und wird wohl auch nicht die letzte sein. Es ist auch nicht die erste, die mehr als einen Tag gedauert hat und doch hat sich irgendetwas verändert. Wahrscheinlich war ich einfach nur aktiver und habe mich stärker eingebracht. Wahrscheinlich habe ich mehr organsiert und doch habe ich nicht das Gefühl eine Führungsrolle zu haben. Ehrlichweise eine sehr angenehme Sache. Sich engagieren und doch zuwissen, dass die Entscheidungen nicht bei einem alleine liegen. Entscheidung und Verantwortung wir geteilt.

Doch es kommen auch Zweifel auf. Sind wir wirklich so Basisdemokratisch wie wir uns geben? Oder täuschen wir uns da nicht  selbst? Können wir wirklich etwas bewegen? Und wie wollen wir dies tun? Ich frage mich aber auch, ob ich meine persönlichen Forderungen wirklich auch vertreten werde, wenn sie dann umgesetzt werden können? Ich bin in einer privilegierten Lage, konnte Bildung geniessen. Ich kann Bier trinken, wenn ich dazu Lust habe. Ich kann Kaffee trinken, wenn ich dazu lust habe. Und ich kann rauchen, wenn mir danach ist. Könnte ich dies alles auch in einer gerechten Welt? Könnte ich die Welt bereisen, wenn alle das wollen oder müsste ich darauf verzichten? Auf wieviel müsste ich verzichten, wenn die Welt wirklich gerecht wäre?

Mir kommt Mani Matter mit seinem Lied “dene wo’s guet geit” in den Sinn. Ich bin nachdenklich. Ich höre das Lied und kurz darauf das nächste von ihm: “Dynamit

Es wird mir wieder einmal bewusst, dass Veränderungen schnell passiert sind, schnell initiert sind. Doch sind es dann auch wirklich die Veränderungen die wir gewollt haben? Sind es die Veränderungen, auf die wir hingearbeitet haben? Wieder denke ich an unsere basisdemokratische Strukturen und merke, wieviele Menschen auch von unseren Diskussionen und Entscheidungen ausgeschlossen werden. Was ist mit denjenigen, die einfach ruhig in unserer Runde gesessen sind? Wollten die wirklich nichts sagen oder konnten sie einfach nicht. Hatten sie Angst, dass ihre Ideen von der Gruppe nicht akzeptiert würden oder dass sprachlich Stärkere sie übertrumpfen.

Und was ist mit all den Menschen, die nicht bei uns waren? Was würden diese wohl gerne sagen? Wollen diese das selbe oder doch etwas anderes? Welche Welt wollen wir und wer ist wir?

von
Andreas Wyss

andreas.wyss@socialthink.ch

2 Kommentare

  1. Wunderbar: Welche Welt wollen wir und wer ist wir?
    Was immer die Occupy-Bewegung erreichen kann oder auch nicht, dies Eine, dass wir uns gegenseitig mehr fragen, beraten, erklären, kritisieren, das hat sie schon erreicht. Danke allen, die sich hier einsetzen!

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