Die unethischen Spekulationen der BKB

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Occupy Basel hat bereits wiederholt über die BKB berichtet:
Massive Partizipationsschein-Eigenkäufe bei der BKB“Fair Banking” bei der Basler Kantonalbank mit Tochterfiliale in Steueroase Guernsey  – Schwarzgeld-Skandal bei der BKB
In diesem Artikel widmen wir uns den unethischen Spekulationen, welche die BKB ihren Privat- und Geschäftskunden offiziell ermöglicht. Diese reichen von Ausbeutung, Umweltzerstörung und Gentechnik bis zu Nahrungsmittelspekulation!

Alle Informationen waren zum Zeitpunkt der Recherche auf den Investment-Seiten der BKB ersichtlich. Mit der Schliessung der BKB Finance Ltd. in der Steueroase Guernsey wurde die Seite abgeschaltet. Bei einem Update dieses Artikels wurden zur Archivierung alle Produkte direkt verlinkt. Das heisst jedoch nicht, dass die BKB heute keine unethischen Spekulationen mehr ermöglicht. Viel mehr geschieht dies nun verdeckt und auf individuelle Nachfrage.

Da die BKB ja überall rausstreicht, dass sie ausschliesslich »Fair Banking« betreibt, und auch weil sie die Wettbewerbsvorteile einer Staatsgarantie geniesst, sind wir der Meinung, dass die Bank hohe ethische Standards befolgen sollte. Dass dies durchaus bis zu einem hohen Grad möglich ist, beweisen verschiedene Banken, darunter beispielsweise die Alternative Bank Schweiz. Nachdem wir die verschiedenen Angebote und Produkte der BKB studiert haben, kamen wir jedoch zum Schluss, dass viele davon keinen seriösen ethischen Standards standhalten können.

– BKB-Warrants und Barrier Reverse Convertibles der Lonza (PDF) sind bei der BKB erhältlich. Lonza ist ein weltweites Unternehmen mit dem Hauptsitz in Basel, welches in den Bereichen Pharma, Chemie und Life Sciences aktiv ist und über 11’000 Angestellte hat. Erst kürzlich war die Lonza in den Schlagzeilen, weil sie trotz Gewinnen angekündigt hat viele Arbeitsstellen abzubauen, vor allem in ihrem Werk in Visp. Dieses Werk in Visp konzentriert sich auf Erdöl-Raffinerie. Das ist extrem energieintensiv, das Lonza-Werk in Visp alleine macht rund 1% des Schweizer Stromverbrauchs aus. Der daraus folgende Grund für die Entlassungen, steigende Strompreise, ist erst noch selbstverschuldet: Die Lonza und der Ausverkauf der Wasserkraft. Auch wenn wir zur Zeit stark von Erdöl abhängig sind, nachhaltig ist das auf keinen Fall, und ein derart hoher Stromverbrauch auch nicht. Deshalb wollen wir hier bezüglich Ethik zumindest ein Fragezeichen setzen.

– Discount Zertifikate von BASF (PDF) gehören auch in diesen Bereich des ethisch Fragwürdigen. BASF ist der weltweit grösste Chemiekonzern mit über 111’000 Mitarbeitern und hat seinen Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein. BASF ist bereits vermehrt in die Kritik geraten. Dies zum Beispiel durch die Einflussnahme auf die EU-Chemieverordnung REACH. Oder durch den verantwortungslosen Einsatz von Weichmachern, Phthalaten, welche bei vielen Plastikprodukten eingesetzt werden und im Verdacht stehen Impotenz, Erbgutschäden und Hormonhaushaltsstörungen zu verursachen. Oder sehr aktuell, als die BASF Klimalügner finanziell unterstützt hat und gegen Klimaschutzgesetze vorgegangen ist. Wir würden da bereits ein ziemlich grosses Fragezeichen setzen.

– BKB-Warrants und Barrier Reverse Convertibles von Syngenta (PDF): Syngenta ist einer der grössten Konzerne im Agrargeschäft, hat seinen Hauptsitz auch in Basel und beschäftigt ca 26’000 Mitarbeiter weltweit. Auch Syngenta steht immerwieder in der Kritik. Zum Beispiel durch die Produktion von Atrazin, welches unterdessen in der EU verboten wurde, in den USA aber nachwievor eingesetzt wird. Atrazin? Ja, genau! Atrazin wurde diesen Monat im Trinkwasser von Basel nachgewiesen! Wer glaubt da noch an Zufälle? Oder durch den Verkauf des Herbizids Paraquat, welches in der Schweiz verboten ist. Das stört Syngenta natürlich nicht, es überall sonst zu verkaufen, mit verheerenden Folgen für Menschen welche regelmässig damit in Kontakt kommen. Dafür war Syngenta 2012 sogar für den Public Eye Award nominiert. Auch die sonstigen Geschäfte der Firma mit Agrochemikalien, vor allem aber auch durch die Forschungen auf dem Gebiet der Gentechnik, sind ethisch nicht vertretbar. Hier sollten wir wohl schon eher ein Ausrufezeichen setzen.

– BKB-Warrants und Barrier Reverse Convertibles von Nestlé (PDF): Nestlé ist der weltweit grösste Lebensmittelkonzern, hat seinen Sitz in Vevey und beschäftigt 328’000 Mitarbeiter. Kritik an Nestlé gibt es wohl seit es Nestlé gibt: Angefangen hat das wohl mit der Vermarktung von Säuglingsnahrung in Entwicklungsländern. Agressive Werbung ohne Rücksichtnahme und mit Todesfolge führte zur Schlagzeile Nestlé tötet Babies. Auch wurden wiederholt Produkte mit gentechnisch veränderten Zutaten vertrieben. Oder sie verwenden Palmöl aus Gebieten mit starker Regenwaldrodung. Zudem wird dem Konzern Kinderarbeit und unfairer Handel angelastet. In Kolumbien wurden kritische Nestlé-Gewerkschafter ermordet. Lesenswert ist auch dieser Artikel über die äusserst mangelhafte Lebensmittelkontrolle von Nestlé. Und zuguter Letzt möchten wir unbedingt noch auf das Geschäft von Nestlé mit Wasser hinweisen. Nestlé klaut im grossen Stil überall auf der Welt Wasser, um es in Flaschen abzufüllen und teuer zu verkaufen. Aktuell soll über die Hälfte allen Trinkwassers unter der Kontrolle von Nestlé sein! Dazu gibt es den aktuellen Film Bottled Life, welcher in diesem Artikel von Infosperber gut und ausführlich zusammengefasst wird. Das hat nun definitiv überhaupt nichts mehr mit ethischen Standards oder »Fair Banking« zu tun. Aber es wird noch besser.

– Barrier Reverse Convertibles von Transocean (PDF): Transocean ist ein Mineralölunternehmen welches auf Tiefseebohrungen spezialisiert ist und seinen Hauptsitz in Steinhausen (Zug)  hat. Zur Kritik an Transocean muss man wohl nur etwas sagen: Deepwater Horizon! Ethische Investition? »Fair Banking«? Nachhaltigkeit? FEHLANZEIGE!

– Aktien Tracker auf Gold- und Silberminen, Minenaktien, Lithium, Erdöl und Erdgas: Natürlich hat auch all das nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Von Umweltschäden bis zu Ausbeutung, Menschenrechtsverletzungen und Mord ist da alles zu haben. Anbieten tuts die BKB trotzdem, nach ihrer eigenen Definition von »Fair Banking«.

– Das absolute Highlight aber haben wir uns für den Schluss aufgespart: Die BKB spekuliert mit Nahrungsmitteln! Und zwar vertreibt die BKB die Fonds von Swisscanto. Unter diesen befindet sich ein Fonds, welcher besonders interessant ist, den Swisscanto (CH) Commodity Selection Fund (PDF). Dieser investiert in alle möglichen Rohstoffe, nachhaltig ist keiner davon. Im Sektor Energie in Erdöl und Erdgas, bei Landwirtschaft in Weizen, Mais, Soya und alle anderen Pflanzenrohstoffe sowie auch Rinder, bei Metallen in Gold, Silber, Aluminium und Kupfer. Dieser Fond stützt sich auf den sehr umstrittenen Goldman Sachs Commodity Index. Absolutes Highlight sind aber wirklich die Nahrungsmittel in diesem Fonds. Nahrungsmittelspekulation verstärkt die Preisschwankungen und erhöht die Nahrungsmittelpreise tendenziell, auf Kosten der Entwicklungsländer welche 80% des Einkommens für Lebensmittel ausgeben und dadurch schlicht verhungern. Durch die Gewinne aus diesen Spekulationen der BKB wird das Basler Volk zum Mörder gemacht!

Das ist die fragwürdige Auswahl aus den Angeboten der BKB, welche öffentlich angeboten werden. Wir sind der Meinung, dass das mit »Fair Banking« überhaupt nichts mehr zu tun hat. Für eine Bank mit Staatsgarantie sind solche Machenschaften schlicht und einfach unangebracht!

Was wir natürlich hier nicht auflisten können sind die inoffiziellen Angebote der BKB. Wenn vermögende Kunden nach anderen zweifelhaften Anlagemöglichkeiten fragen, könnte die BKB wiederstehen, oder würde sie diesen Kunden noch weitere unethische Produkte verkaufen? Vielleicht betreibt die BKB ihre Tochterfiliale BKB Finance Ltd. in der Steueroase Guernsey ja aus diesen Gründen, da dort keine Transparenz herrscht über die verkauften Produkte?

So oder so sagen wir: SO KANN DAS NICHT WEITERGEHEN! Nahrungsmittelspekulationen, Investitionen in Minen, Metalle, Ölbohrfirmen, Agrarchemikalien, Gentechnik, Wasserprivatisierungen, Ausbeutung und Kinderarbeit sind unethisch, verwerflich und gehören verboten!

Deshalb fordert Occupy Basel: Eine BKB mit einem »Fair Banking«, welches nicht nur auf der Fassade aufgemalt ist! Eine Bank mit Staatsgarantie, welche sich ethisch und nachhaltig verhält! Die durch die Gier und Dummheit der BKB-Manager und das Desinteresse und die Unfähigkeit von Aufsichtsräten und Politik verursachten Skandale dürfen nicht auf den Steuerzahler übertragen werden, sondern müssen vollumfänglich von den Verantwortlichen ausgebadet werden!

Occupy BKB!

Ein Kommentar

  1. Ich habe des Gefühl, dass nichts wichtiger ist heutzutage, wie die Arbeit, und die Hinweise der Occupy Leute! 1 Habgieriger genügt, und der Rest der Welt leidet! Diese Rechnung kann nie aufgehen! Darum gratulation, und bitte weiter so!!!

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