Die Basler Kantonalbank und der Hunger

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Update 07.12.12: Veröffentlichung in der BaZ! Hier ist ein Bild davon: Die Basler Kantonalbank und der Hunger

Dieser Artikel wurde von Martin Kaeser (Homepage, Facebook, Twitter) geschrieben und uns zur Verfügung gestellt. Er beruht auf unseren Recherchen zu den unethischen Spekulationen der BKB. Es geht ein herzlicher Dank von uns an Martin für diesen grossartigen Text.
Bereits zuvor hat Occupy Basel wiederholt über die BKB berichtet: Massive Partizipationsschein-Eigenkäufe bei der BKB“Fair Banking” bei der Basler Kantonalbank mit Tochterfiliale in Steueroase GuernseySchwarzgeld-Skandal bei der BKB

Etikettenschwindel gehört in einer globalisierten Welt wohl zum guten Ton. Grüne Punkte, blaue Engel, rote Rosen – aber manchmal eben auch dunkle Absichten. Die BKB (Basler Kantonalbank), zu der auch die Bank Coop gehört, hat sich vollmundig dem »Fair Banking« verschrieben. Doch hinter all den bunten Klebern und fröhlichen Schriftzügen taucht die BKB ab in die, sehr rentablen, Tiefen des internationalen Fonds-Marktes. Ein Kleiner, der auch bei den Großen mitmischen will und dabei die selbst gesetzten ethischen Standards, bar jeder Kontrolle, bedenklos über Bord wirft.

»Fair Banking« bedeutet für die BKB und die Bank Coop laut einer gemeinsamen Pressemitteilung: »Fair Banking bedeutet konkret: Wir begegnen unseren Kundinnen und Kunden mit Offenheit und Respekt, erbringen qualitativ hoch stehende Dienstleistungen zu einem fairen Preis, nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung als Unternehmen wahr, gehen sorgfältig mit den natürlichen Ressourcen um und leisten unseren Beitrag zum sozialen und kulturellen Leben.«

In Basel nicht weiter verwunderlich, scheint es der BKB vor allem die chemische Industrie angetan zu haben. Eine Industrie, welche nicht dafür bekannt ist, besonders sorgfältig mit den natürlichen Ressourcen umzugehen. Ein hoher Energiekonsum, Lobbyismus gegen Klimaschutzgesetze, Ausbringung von Giften in die Umwelt, nicht beherrschbare Gentechnologie in der Landwirtschaft – all das unterstützen die BKB und die Bank Coop mit dem Handel und dem Verkauf von Papieren, welche diesen Industriezweig mit frischem Geld versorgt.

Doch die BKB und auch die Bank Coop setzen ihre Bankenlizenz gleich mit einer Casino-Lizenz: Mitten im Verwaltungsviertel von Basel kann man mit dem Kauf des »Swisscanto (CH) Commodity Selection Fund« auf die Preisentwicklung von Nahrungsmitteln wie Weizen, Mais und Soya wetten. Steigt der Preis für diese Lebensmittel, rentiert sich das Investment in diesen Fond. Nun, keiner will Geld verlieren und deshalb kann man auch davon ausgehen, dass, mit welchen Mitteln und wo auch immer in der Welt, versucht wird, die Preise steigen zu lassen, sie aber zumindest auf einem hohen Niveau zu halten. Füllt sich das Konto eines Investors, leert sich der Teller der Menschen, welche sich die steigenden Preise dieser lebenswichtigen Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten können. BKB und Bank Coop scheint dies aber nicht weiter zu kümmern! Denn die BKB und die Bank Coop haben den Stein der Weisen gefunden: Hunger zu Gold! Das hat nun gar nichts mehr mit der schönen Selbstverpflichtung der beiden Banken zu tun. Kaltschnäuzig und ohne jedes moralische Empfinden, lassen diese Geldinstitute es zu, dass Menschen verhungern, an Mangelkrankheiten leiden und an Seuchen krepieren! Doch halt, die Rettung ist nah, kommt sie doch geradewegs aus den Portfolios der BKB und der Bank Coop: schließlich werden von den großen Chemiefirmen auch Medikamente gegen all diese Geißeln der Menschheit entwickelt. Diese beiden Banken haben das Perpetuum Mobile des Elends in ihrem Angebot!

Aber sollten die Pläne der BKB nicht aufgehen und sie sich verspekulieren, ist dies auch nicht weiter schlimm. Der Kanton Basel-Stadt haftet subsidiär mit Steuergeldern für alle Verbindlichkeiten der Kantonalbank. Gerade waren in Basel wieder Wahlen für den Regierungsrat, die oberste Exekutive im Kanton. Die SP (Sozialdemokratische Partei) sowie die Grünen konnten ihre Mehrheit behaupten. Und sie alle spielen dieses Spiel weiterhin mit! Verantwortung für die Umwelt und soziale Gerechtigkeit sind in Basels Regierung zu reinen Lippenbekenntnissen verkommen! Moralische und ethische Werte werden im Regierungsrat von Basel schamlos dem Ziel des Machterhaltes geopfert. Und damit weht auch durch die Flure des Basler Rathauses der Leichengeruch der Verhungerten.

Doch nicht alleine solche Papiere sind der Grund für das ethische und moralische Versagen der BKB und der Bank Coop. Es ist auch die Gier der Investoren. Würden solche Investitionen nicht getätigt, würden auch die entsprechenden Papiere nicht verkauft. »Fair Banking« setzt nicht nur ein Verantwortungsbewusstsein der Banken voraus, sondern nimmt auch deren Kunden in die Pflicht. »Fair Banking« darf nicht ein Versprechen sein, sondern muss eine Forderung werden!

Ein Kommentar

  1. Ich finde es schon widerlich mit was alles Geld gemacht wird man sollte endlich mal das ganze durchleuchten und endlich eine Kollektivwirtschaft aufbauen

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