BKB-Skandal in Zürich: Anlage-Betrug mit ASE Investment AG

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Dieser Artikel wurde am 21.11.2012 aktualisiert: Quellen wurden ergänzt und gewisse Aussagen konkretisiert. Alle zu dem Thema erschienenen Zeitungsartikel wurden verlinkt.

Der neuste Skandal, in welchen die BKB verstrickt ist, hat bereits im März 2012 begonnen. Damals wurde bekannt, dass die ASE Investment AG, welche im Namen der Zürcher Private-Banking-Filiale der BKB Konten eröffnet hat, ihren Kunden Verluste bis zu 300 Millionen Franken beschehrt hatte.

Der Chef der ASE sitzt seither in Untersuchungshaft und die Firma ist im Konkursverfahren.

Am 23. Oktober 2012 wurden die Untersuchungsresultate bekanntgegeben, und gleichzeitig wurde über den Rücktritt des CEOs der BKB, H.R. Matter, informiert. 3 Mitarbeiter der Zürcher Private-Banking-Filiale der BKB wurden entlassen, 4 weitere wurden verwarnt. Ein weiteres Geschäftsführungsmitglied wurde frühzeitig zur Coop Bank versetzt, welche auch der BKB gehört. 3 Bankräte wollen nicht mehr zur baldigen Wiederwahl antreten.

Neben minimalsten Schuldeingeständnissen darf natürlich die übliche Leier nicht fehlen: Man habe alles Mögliche getan und die Ereignisse seien nicht vorhersehbar gewesen. Ausserdem habe man bereits alle möglichen Vorkehrungen getroffen, so dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen könne. Die sofortige Aufarbeitung spreche dafür, dass der BKB eine schnelle Problemlösung am Herzen liege. Auf einer neuen Stufe von Naivität ist jedoch die Aussage von CEO H.R. Matter einzordnen: Er könne sich so viel kriminelle Energie garnicht vorstellen.

Natürlich ist das alles nur billigste Beschwichtigung, und leider schlucken es die Medien sogar noch und geben es unkritisch weiter. Solange die BKB jedoch nicht zur Veränderung gezwungen wird, wird sich auch nichts ändern und solche Skandale werden sich immer und immer wiederholen. Der uninformierte oder ebenfalls wegschauende Steuerzahler wird für die Gier und Dummheit der Bankster zur Kasse gebeten!

Occupy Basel hat zusammen mit der EvB Sektion Basel bereits im Februar und erneut im Mai auf die Praktiken der BKB hingewiesen. Schwarzgeld-Skandal bei der BKB
Damals lag der Schwerpunkt auf der Übernahme von amerikanischen Steuerflüchtlingen von der UBS, welche ebenfalls zu der Zürcher Filiale der BKB gewechselt haben. Dadurch wurde die amerikanische Steuerbehörde auf den Plan gerufen, und es droht ein Strafverfahren und/oder eine hohe Busse, welche schlussendlich höchstwahrscheinlich direkt vom Basler Steuerzahler bezahlt werden muss.

Auch damals haben wir schon auf andere Missstände bei den Praktiken der BKB hingewiesen!
– Die BKB investiert in AKWs, Kohlekraftwerke und Rüstungsindustrie!
– Die BKB betreibt Nahrungsmittelspekulation!
– Die BKB besitzt eine Tochterfiliale in der Steueroase Guernsey!

Mehr Infos über die Tochterfiliale in Guernsey aus dem Geschäftsbericht 2011 der BKB:

BKB Finance Ltd: 100%ige Tochterfiliale für Finanzdienstleistungen der BKB in Guernsey
– Die BKB Finance Ltd. emittiert Zertifikate und strukturierte Produkte
– BKB Finance Ltd. trägt zwar gegen aussen substanzielle Marktrisiken, transferiert diese jedoch vollständig an das Stammhaus.
– Die BKB Finance Ltd. wird durch die Abteilung Risikokontrolle der BKB kontrolliert.
– Die Finma ist für die Regulierung der BKB Finance Ltd. nicht zuständig.
– Die BKB Finance Ltd. ist in der Schweiz nicht steuerpflichtig.
– Ausserdem ist auch die BKB Gewinn- und Kapitalsteuerbefreit.

Über Guernsey, aus Wikipedia:
Etwa 32 % des BSP von Guernsey werden durch Finanzdienstleister erwirtschaftet. Niedrige Steuern haben Guernsey als Steueroase für Private Equity Fonds populär werden lassen. Wie auch andere Offshore-Finanzzentren gerät Guernsey immer mehr unter Druck, seine Gesetze an die Bedingungen der internationalen Politik anzupassen, insbesondere was die Transparenz von Kapitalzuflüssen anbelangt.

Oder um das direkter auszudrücken: Die BKB verkauft hochriskante Strukturen ohne Regulierungen in einer Steueroase. Für die Risiken haftet der Basler Steuerzahler mit der Staatsgarantie! Und die BKB nennt das Fair-Banking!

Das Traurige dabei ist, dass sich Politik und Medien bisher nicht wirklich für diesen Skandal interessiert haben! Die BKB geniesst aus historischen Gründen eine Staatsgarantie. Sie verhält sich aber keinesfalls dementsprechend, sondern lotet Risiken überall aus wo diese zu finden sind. Gier und Dummheit beherrschen die Handlungen dieser Bank.

Solche Praktiken haben mit “fair-banking” NICHTS zu tun und auf keinen Fall hat diese Bank eine Staatsgarantie verdient. Setzen wir uns ein, damit der BKB nun endlich ein Riegel vorgeschoben wird!

Als Alternative zur BKB könnte man die Alternative Bank Schweiz nennen, bei welcher fair-banking eher im Sinne von unterstützenswerter Nachhaltigkeit zu sein scheint und nicht auf der Nachhaltigkeit von sich wiederholenden Skandalen beruht.

Lassen wir uns nicht mehr länger für dumm verkaufen von der Finanzindustrie und der von ihr gekauften Politik und Medien! Entweder echtes Fair-Banking oder aber Gier und Dummheit auf eigene Verantwortung ohne Staatsgarantie!

Occupy BKB!

Sammlung der erschienenen Zeitungsartikel zum ASE-Skandal:
– SF Tagesschau am 23.10.2012: BKB-Chef tritt nach ASE-Affäre zurück
Eigene Abklärungen im 2010 hatten noch keine Folgen ausgelöst. 500 Anleger können bis zu 300 Millionen verlieren. Finma untersucht Verhalten BKB und anderen involvierten Banken.
– Tages-Anzeiger am 23.10.2012: Anlagebetrug Fall ASE kostet BKB Chef Matter das Amt – Fehler am Standort Zürich
Die BKB verspricht betrogenen Anlegern Kulanz bei der Schadensbehebung. Dies würde direkt die Steuerzahler belasten. Massnahmen gegen Geschäftsrisiken sind unzureichend, trotzdem besteht kein Handlungsbedarf. Der nächste Skandal ist also garantiert.
– Online Reports am 23.10.2012: BKB-Chef Hans Rudolf Matter stolpert über ASE-Skandal
ASE hat Steuerbescheinigungen und Kontoauszüge gefälscht um Veruntreuungen zu vertuschen. Es könnten weit mehr Anleger betroffen sein. Die BKB hat gut verdient mit der ASE – Profit über Sicherheit. ASE hat mit veruntreuten Geldern in dubiose Schrottpapiere investiert. Schadensbeteiligung wird von Reserven für Bankrisiken bezahlt – Diese müssen danach wieder durch Eigenkapital (vom Kanton) aufgestockt werden.
– Basellandschaftliche Zeitung am 25.10.2012: Die Grünen fordern die Schliessung der Zürcher Filiale der BKB
Die Basler Grünen fordern, dass die Zürcher Private-Banking-Filiale der BKB geschlossen wird. Ausserdem müsse die Risikokontrolle neu gestaltet werden. Occupy Basel geht weiter und fordert: Nicht nur die Zürcher, sondern auch die anderen Private-Banking-Filialen müssen geschlossen werden. Insbesondere muss die Tochterfiliale BKB Finance Ltd in der Steueroase Guernsey sofort geschlossen werden!
– Basellandschaftliche Zeitung am 25.10.2012: Hätte der BLKB die ASE-Pleite auch passieren können?
Definitiv nein! BLKB agiert traditionell konservativ und hält sich an regionale Grenzen der Nordwestschweiz. Die BKB hingegen ist grössenwahnsinnig und geldgeil geworden und will in der Liga der grossen Banken mitspielen. Der Bankrat der BLKB muss aus spezifisch ausgebildeten Personen gebildet werden, der Bankrat der BKB wird vom Grossen Rat bestimmt und muss keine Kenntnisse vorweisen. Die BLKB betreibt nur Geschäfte, die sie verstehen und kontrollieren können.
– Tages-Anzeiger am 26.10.2012: ASE Investment AG klopfte auch bei Aargauer Kantonalbank an
Die ASE wollte auch mit der Aargauer Kantonalbank geschäften, dieser war das aber zu riskant. Geschäftsmodell der ASE sei gefährlich gewesen und habe viel Spielraum für Betrug offen gelassen. BKB erleidet massiven Rufschaden. Führungsmodell der BKB mit der Zürcher Filiale war fahrlässig. Bankrat hätte aufmerksam werden müssen, weil die Zürcher Filiale sehr schnell gewachsen ist und viel Gewinn abgeworfen hat.
– Basler Zeitung am 01.11.2012: Drei BKB-Bankräte treten nicht wieder an
Bei den kommenden Erneuerungswahlen des Bankrates wollen 3 Räte nicht mehr antreten. Dies habe aber nichts mit dem ASE-Skandal zu tun. Rücktritt könnte auch damit verbunden sein, dass der Bankrat nichts gegen die risikoreichen Geschäfte der Zürcher Filiale der BKB unternommen hat. Die Neuwahlen geschehen durch den Grossen Rat, nicht nach Eignung, sondern nach politischem Machtgehabe.

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