Ausblick: Occupy Basel ist wieder an der 1. Mai-Demo dabei

Allgemeine Infos, ein Gedicht, eine Rede und ein Video

| Keine Kommentare

Occupy Basel ist auch dieses Jahr wieder ein aktiver Teil des Jugendblocks bei der 1. Mai-Demo. Hier findet ihr alle Infos dazu.
11124847_782011531868058_5451200870619868518_o
Genug gespart – jetzt sind wir dran!
Wir leisten viel! Lernende zum Beispiel erarbeiten pro Jahr 500 Millionen Franken Gewinn. Ihre Leistung beträgt im letzten Lehrjahr schon fast die Leistung von Ausgelernten. Ihr Lohn ist aber nur ein Bruchteil essen, was ihnen zusteht. Der Rest ist Gratisarbeit für den Chef.Und gerade in Zeiten der Krise nimmt diese Ausbeutung noch zu! Die Folgen der Frankenstärke sind Arbeitszeiterhöhungen, Lohnsenkungen und Stellenabbau. Oft kommt nach der Lehre noch die grosse Unsicherheit – es gibt keine garantierte Anschlusslösung.Sparpakete bedrohen zusätzlich die soziale Sicherheit und treffen alle: alte und junge Arbeitende, SchülerInnen und Studierende. Während sich die Unternehmer weiter bereichern, sollen die Arbeitenden für die Krise bezahlen.Immer hören wir: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre.“ Aber darauf haben wir keinen Bock mehr! Wir wollen eine gute Ausbildung und Perspektiven nach der Schule, der Lehre und/oder dem Studium! Wir haben genug von Alternativlosigkeit, Sparmassnahmen und Politik von oben herab. Wir sagen: „Eine andere
Welt ist möglich!“ und nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand.Auf der ganzen Welt wehren sich die Menschen gegen das herrschende System. Zeigen wir unsere Solidarität und kämpfen mit ihnen.
Heraus zum 1. Mai!Nein zu Arbeitszeiterhöhungen!
Nein zu Massentlassungen!
Eure Krise zahlen wir nicht!

Wir treffen uns um 10 Uhr am Messeplatz bei der 2er Tramstation!

Am Ende der anschliessenden Demonstration, welche durch die Stadt bis zum Marktplatz führen wird, werden wir eine Rede halten und auch ein Gedicht vortragen!

Hier das Gedicht:

Lernt Fäuste malen

Wie, wir haben uns nur einlullen lassen
in Fahrwassern portionierter Rebellion
wie verblichene Blätter im Wind auf denen nichts steht
verschwinden sofort und weg – und

das grausam klar ist wie ein Generalstreik
wo Agieren sich nicht verlieren kann im Preis der harten Zeiten

entgegen-gleiten
mir die Worte
so horte ich sie an
die Dinge, Ideen, Utopien
wie ein Egel sich festsaugt und hängenbleibt
so bewahrte ich sie eben auch auf
die Glaubhaftigkeit

es verhallen die Stimmen in den Hallen zu gross für uns Menschenkinder
klein wie Steinkrümel bei Fabrikbesetzungen
lümmeln wir herum auf
zu kurzen Ästen mit zu kleinen Wurzeln
allen Übels

wie eng wir doch gestrickt sind
und wie gerne wir uns anschmiegen
an den Ofen der Überlegenheit

Schafherden wiehern uns entgegen in den Gängen und Gassen
verschiedenster Rassen im Krieg
gegen sich selbst
verpasst du dich
im verzerrten Spiegel des Statusprofils

an der Bahnstation aber
aufs Neue
da stehen wir am Schalter
drängeln uns vor

und rempel mich nicht an
was weisst du schon
von Verspieltheit
Zärtlichkeit und Treue

lass uns einsteigen, weiterfahren, mithalten
entgleiten der Konsumlogik
einer gierigen Masse
Klassenkämpfe in den Waggons

und darauf
dort oben auf dem Dach
sitzt ein Vogel
und singt
die Internationale

Von Sarah E.

Und hier die Rede (2. provisorische Version):

Liebe Zuhörerinnen, liebe Zuhörer

Es freut mich, dass trotz des anhaltenden Regens doch noch Zahlreiche hier ausharren um gemeinsam an diesem 1. Mai ein Zeichen zu setzen für mehr Solidarität in unserer Gesellschaft.

Bei Occupy Basel ist „Solidarität statt Ausgrenzung“ bereits ein wichtiger Teil des Mottos:

Wir sind die 99%,…
die alle zusammen weniger Vermögen besitzen als das reichste Prozent der Bevölkerung.
… die die Auswüchse der Ungleichheit, des Kapitalismus und seiner Finanzmafia, ausbaden müssen.

Aber noch viel mehr sind wir die 99%,…
… die sich nicht mehr gegeneinander aufhetzen lassen wollen!
… die bestrebt sind zusammenzuhalten, über gesellschaftliche, kulturelle und staatliche Grenzen hinaus!
… die euch alle hier auf diesem Platz, aber auch alle Ferngebliebenen dazu animieren wollen uns das gleich zu tun, uns dabei gegenseitig zu unterstützen und zu stärken.
… die friedlich aber bestimmt auf der Strasse stehen und rufen: Wir haben genug! Empören wir uns! Engagieren wir uns! Und zwar alle gemeinsam statt gegeneinander!

Auch die Aktivitäten von Occupy Basel richten sich häufig gegen Ausgrenzung, für mehr Zusammenhalt und Solidarität in unserer Gesellschaft:
– Zum Beispiel Seite an Seite mit dem Verkaufspersonal im Kampf gegen längere Ladenöffnungszeiten oder für den Mindestlohn.
– Zum Beispiel bei unseren verschiedenen Sensibilisierungsaktionen und Engagements rund um die Armutsproblematik.
– Zum Beispiel mit unseren Forderungen an die Basler Kantonalbank: Die laut Nachhaltigkeitsstrategie vollzogene Umstellung auf Elektroautos und Recyclingpapier ist ja schön und gut, aber wir tolerieren keine Spekulationen auf Kosten der Ärmsten, der Umwelt und unserer Zukunft mehr! Es ist scheinheilig, dass das nach wie vor von der Politik verschwiegen und akzeptiert wird!
– Zum Beispiel mit unserem Engagement für die Vollgeld-Initiative: Geldschöpfung muss demokratisch kontrolliert werden, keine private Geldschöpfung durch die Banken des 1 % wie das heutzutage leider grösstenteils der Fall ist!

Aktuell gehen wir noch einen Schritt weiter: Mit unserem neuen Langzeit-Projekt „Social Meal – Meal-Sharing für die Region Basel“ bringen wir Menschen zusammen an den Tisch, die nicht gerne alleine essen. Damit fördern wir den Austausch zwischen verschiedenen Gesellschaftsschichten und somit den sozialen Zusammenhalt und die Solidarität aktiv. Übrigens läuft bei dem Projekt gerade ein grosser Wettbewerb, bei welchem Ihr leckere Preise gewinnen könnt.

Mit all diesen Aktivitäten, und auch indem wir täglich unser eigenes Verhalten mit unseren Überzeugungen vergleichen, versuchen wir unseren Beitrag zu leisten für eine Gesellschaft des Zusammenhalts und der Solidarität, um die heutige Gesellschaft der Ausgrenzung hinter uns zu lassen.

Wir hoffen, dass Ihr alle noch einen schönen Tag habt, trotz des bescheidenen Wetters, und niemals vergesst, dass Ihr auch zu den 99% gehört!

Ein Aktivist von Occupy Basel

Und hier noch der äusserst sehenswerte Mobilisierungs-Clip von der Unia Jugend Nordwestschweiz:

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.